Tja, der gestrige Tag war mal wieder „intense“ wie die Amerikaner hier auf dem Weg zu sagen pflegen. Ich liebe dieses Wort 😉

Eins ist sicher. Dies war definitv der Tag, der mich bisher am weitesten an meine körperlichen Grenzen gebracht hat. Aber soviel sei verraten:

Es wartete eine wirkliche Oase und ein Herbergengeheimtipp auf mich!

Morgens war ich wieder mit Michael zum Laufen verabredet, die 7 Km nach Ponferrada vergingen damit auch wie im Flug.

Wir scherzten herum und sponnen unsere Theorie der Jakobswegverschwörung weiter, von der ich hier bereits berichtete 😉 Vielleicht sollten wir ein EnthĂŒllungsbuch darĂŒber schreiben, wĂ€r mal was Neues auf dem Markt der Camino-BĂŒcher 😉

Als wir Ponferrada gegen 9 Uhr erreichten, verabschiedeten wir uns fĂŒrs Erste, da ich einen weiteren Maltag einlegen wollte.

Und damit ging die Odysse los… die Herberge wĂŒrde erst um 14 Uhr öffnen, ich hatte ein gewaltiges Loch im Bauch und machte mich auf die Suche nach Essbarem. Ich wusste auch ganz genau nach was:

Frischer Avocado und Baguette!!!

DĂŒrfte nicht so schwer sein, dachte ich mir, auch sonntags hatte es bisher auch im kleinsten Kaff fast immer einen Kiosk mit den wichtigsten Dingen gegeben… tja. Einundhalb Stunden spĂ€ter war das Loch zum riesen Vakuum geworden und meine Laune gesunken wie die Titanic 😉 Keine Avocado weit und breit!

Aus Frust stopfte ich mir das Baguette, welches ich zwischenzeitlich hatte besorgen können, beim Laufen in den Mund.

Ich und mein  Dickkopf. Zum Baguette hatte ich mir lediglich eine Packung Knoblauchsalz gekauft, bei dem ich mich spĂ€ter auch fragte, was ich mir dabei gedacht hatte…hmm, ich sterbe vor Hunger, was kaufe ich denn mal? Ahh, diese Packung Knoblauchsalz!?! Naja, werds schon noch gebrauchen können 😉

Nach dieser FrĂŒhstĂŒcksblamage setzte ich mich erstmal in ein Cafe um etwas zu arbeiten, nach und nach verbesserte sich meine meine Laune wieder. Ich habe an einer supertollen Karte gearbeitet und bin etwas verliebt in sie! Mehr dazu spĂ€ter 🙂

Gegen 14 Uhr brauchte ich eine Zeichenpause, wollte aber auch nicht schon in der Herberge einchecken.

Also: Auf ins nÀchste Dorf!

Spanische Mittagssonne und 33 Grad? Egal! 😉 Auf dem Weg habe ich dann folgendes Schild entdeckt:

Tja… Ende von der Geschichte: Gegen sechs Uhr kam ich am Ende meiner KrĂ€fte an genau dieser Herberge an, auf dem Weg hatte es den ganzen Tag ĂŒber genau NULL offene  LĂ€den gegeben, ich hatte keine EssensvorrĂ€te (außer dem Knoblauchsalz)  dabei und war mir nicht sicher, ob es die Unterzuckerung oder ein Sonnenstich war, auf jeden Fall war mir schlecht, schwindelig und meine HĂ€nde zitterten…aber ich hatte es geschafft!

Da die Herberge nur 18 PlĂ€tze hat, fĂŒrchtete ich seit gefĂŒhlten Stunden bei Betreten der Herberge den Satz zu hören „Sorry, we are full“…

Ich glaub ich hĂ€tte mich unter TrĂ€nen in Embryostellung auf dem Boden hin und hergerollt. Aber es begrĂŒĂŸten mich drei freundliche Gesichter die mir sogleich einen Tee anboten und scherzten, dass ich spĂ€t dran sei- Es gibt einen Gott. 😉

Ich durfte dann auch sogleich meine Schlafstatt beziehen, ungelogen mit der schönsten Aussicht, die ich je von einem Bett aus genießen konnte, zwei riesen Dachfenster direkt ĂŒber mir, ein Traum!

Die El Serbal y la Luna ist einfach nur wunderschön.

Klein, abgeschieden und ruhig gelegen, liebevoll eingerichtet, mit einem kleinen Garten und ganz viel Ruhe, nur der Hahn nebenan und streitende Spatzen in den BĂ€umen.

Ich fĂŒhle mich hier so wohl und angekommen, dass ich das erste Mal ernsthaft darĂŒber denke, irgendwann auch mal freiwillig als Hospitalero zu arbeiten. Die Herbergsmutter ist selber Volunteer, eigentlich professionelle Köchin aus England, dazu sind im Moment noch eine rumĂ€nische Krankenschwester, ein deutscher Student, ein spanischer Masseur und eine russische Yogalehrerin vor Ort…alle ungefĂ€hr in meinem Alter und einfach nur super sympathisch und herzlich, man merkt, wie sehr ihnen allen daran gelegen ist, es den HerbergsgĂ€sten so angenehm wie möglich zu machen.

Das Festmahl

Zum Abendessen gab es selbstgemachte Gazpacho, orientalischen Couscous mit frischer Minze und Zitrone, einen GemĂŒseschmortopf mit KĂŒrbis, Kartoffeln, Blumenkohl und Bohnen, frischen Hummus mit GemĂŒsesticks, Tortilla, frische Melone- Ich war im Himmel!

Das Ganze fĂŒr 15 Euro inklusive Übernachtung. Auch die Mittagsgerichte klingen unglaublich gut. Solltest Du an dieser Herberge auch nur vorbeikommen: Schau unbedingt rein!

Hier werde ich sicher lÀnger als eine Nacht bleiben.

Heute morgen habe ich nach dem Aufwachen erstmal eine Stunde lang durch die Fenster geschaut und beobachtet, wie langsam das Sonnenlicht begann durch die Äste zu scheinen…

Gerade sitze ich in einem Cafe mit Wlan und bereite eine Spezialkarte zu einem aktuellen Anlass vor, die ich, sobald sie fertig ist, veröffentlichen und auch fĂŒr die aktuelle Spendenaktion fĂŒr den Lebenshof „Land der Tiere“ hier und auf meiner Facebookseite versteigern werde. Lass Dich ĂŒberraschen! 🙂

Normale Bestellungen kann ich erstmal nicht mehr annehmen, da noch einige in der Warteschleife sind. Solltest Du also gern noch eine Karte haben mögen, wĂ€re das die Chance! Es kostet mich etwas Überwindung mich diese Versteigerung zu trauen, aber ich habe die Zweifel ja am Cruz de Ferro abgelegt. Also wage ich es jetzt einfach mal 😉

Bis spĂ€ter, wir lesen uns! 😉 <3

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