Nachtrag: Dieser Artikel erschien zuerst am 11. November 2015 mit dem Start des damals noch „ichbindani“ genannten Blogs und meinem Neuanfang in ein neues Leben. Seitdem hat sich so ziemlich alles verändert. Viele Dinge, die mir damals noch als kühner Traum in weiter Ferne schienen, sind heutzutage so gut wie erreicht. Das Tätowieren zum Beispiel. Was hab ich mit mir gehadert, ob ich überhaupt das Zeug und Können habe, um eine gute Tätowiererin zu werden! Und mittlerweile blicke ich auf ein Praktikum zurück und habe eine Ausbildung in Aussicht, dazu tätowiere ich seit mehreren Monaten Freunde und Bekannte ohne Maschine, mit der Stick and Poke Technik und kann mein Können auf diesem Gebiet immer weiter verfeinern. 
Aber genug der langen Rede, los geht’s, viel Spaß! 😉

Zu viele Infos, zu viel Ärger, zu viele Sorgen, zu viele Ängste, zu wenig Nerven, zu wenig Durchblick, zu wenig Power, zu viel zu wenig.

Woran liegt das, dass ich im Moment das Gefühl hab mich in Zeitlupe zu bewegen… Gaspedal durchgetreten aber heraus kommt nur Motorstottern und Schrittgeschwindigkeit. Irgendwie müsste man den Tank auffüllen, aber wie viele Stunden Schlaf braucht denn das? Hat man im Leben lediglich eine bestimmte Menge an Widerstand in sich und wenn der aufgebraucht ist schwabert man nur noch in der Suppe herum, keine Kraft mehr, irgendwas zu ändern? Im Moment überfordert mich auf jeden Fall (mal wieder/immer noch) alles.

Bei Null anfangen ist schön aber langsam kann es irgendwo auch wieder ein bisschen aufwärts gehen.

Ämter, Wohnung/Zimmer finden, Nebenjob, Lösung des privaten Chaos, ich mein, die Schwelle liegt doch nicht so hoch, oder?! Naja, wenn man bei Null startet, vielleicht schon. 😉

Aber bevor Du feuchte Augen bekommst, zumindest in einer Sache komm ich voran, meine nächsten Schritte zu konkretisieren was das Tätowieren angeht. Auch hier gibts ja keinen klaren Weg in den Beruf, die Meisten wurschteln sich über eine der folgenden zwei Möglichkeiten rein…

1. Ausbildung in einem Studio

Der Vorteil: im besten Fall man lernt das Handwerk von der „Pike“ an, teilweise sogar das Nadeln löten und Farben mischen….man hat immer einen Profi am Start, der einem Hilfestellungen geben kann und einen auch tatsächlich erst dann an das willige Opfer lässt wenn er halbwegs sicher ist dass man dessen Haut nicht in Hackfleisch verwandelt… Dazu kommen weitere Vorteile der Arbeit in einem guten Studio: professioneller hygienischer Arbeitsplatz, stabiler Kundenstamm, Referenzen, breit gefächertes Arbeiten…

Nachteil: keine geregelte Ausbildung, kein Vertrag, kein festgelegter zeitlicher Rahmen, kein Ausbildungsgehalt, also eine unbestimmte lange Zeit, die man komplett finanziell selber überbrücken muss, dazu je nach Studio Konditionen, die während und über die Ausbildung hinaus zu akzeptieren sind.

2. Der autodidaktische Weg

will heißen, ran an den Speck 😉

Die meisten Tätowierer die ich kenne haben so angefangen. Grundlagen von jemandem gezeigt bekommen, Maschine bestellt, paar Freunde aus dem Keller gelassen und ab geht er der Peter.

Vorteil: keiner sagt einem was und redet einem rein

Nachteil: keiner sagt einem was und redet einem rein

Staatliche Unterstützung bekommt man für die Ausbildung an sich sowieso nicht, das heißt entweder man finanziert sich und seine Krankenversicherung mit Erspartem, Kredit oder einem Nebeneinkommen, und nach und nach mit ersten Arbeiten sobald man soweit ist. So oder so, alles nicht so leicht.

Werd mich die nächsten Tage weiter mit Youtube-Tutorials beschäftigen und zu Selbstständigkeit/ Gewerbeanmeldung/ Gesundheitsamt informieren, natürlich weiter zeichnen und will mir so schnell wie möglich eine erste Ausrüstung holen… die erste eigene Maschine in der Post, das wird wie Ostern und Weihnachten an einem Tag 😉

….und wie das Schicksal so spielt: wenn der Tag am beschissensten ist kommt meistens doch noch ein Lichtblick von irgendwo her…während ich diesen Artikel geschrieben habe kam ein Anruf für ein Vorstellungsgespräch für einen Teilzeitjob.

Es geht voran!

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