Puh…wo fange ich heute an.

Ich gehe mal von schön nach weniger schön:

1. Schön warm: Die Sonne ist endlich rausgekommen! Und die nächsten Tage wirds genau wie heute jeden Tag über 30 Grad- mein Early-Bird Schlafverhalten wird sich auszahlen! Hier ein Foto von heute, auf dem ich noch keinen Sonnenbrand hatte 😉

image2. Schön lecker: Ich habe heute das aller beste Frühstück überhaupt gehabt, die supersaftigsten und frischesten Feigen die ich jemals gegessen habe, dazu eine unglaublich leckere und auf den Punkt Reife Melone. Zusammen hat mich das Obst im Supermarkt von Logrono nicht mal zwei Euro gekostet….

image3. Superduper unglaulich schön: Es ist nun abends und ich habe bis gerade eben in der Herberge auf meinem Bett im Schlafsaal, welchen ich diese Nacht mit einer Gruppe Jugendlichen um die 17 bis 29 Jahre aus Wales und den USA bewohne, gemalt. Bevor ich die Sachen weggeräumt habe, bin ich ins Bad um mir die Zähne zu putzen, als ich wieder heraus kam, lagen plötzlich fünf Euro auf dem Bett… einer der Jugendlichen hatte sie dorthin gelegt. Er wollte gar keine keine Karte haben, meinte nur, er findet meine Artworks super und würde einfach gern die Spendenaktion unterstützen… Ist das nicht toll (und ungewöhnlich) für jemanden in so jungen Jahren? Ich bin sehr gerührt von dieser Geste und das Geld wandert sogleich in den Spendentopf für das „Land der Tiere“.

4. Schön: Logrono ist eine bezaubernde Stadt und ich konnte heute viele wichtige Sachen besorgen, allem voran Kortisoncreme gegen Neurodermitis (der Grund warum mein Gesicht im Moment die Farbe einer krossen Krabbe besitzt), Briefmarken, Proviant… Logrono ist eine willkommene Abwechslung zu den eher kleinen Orten seit ich Pamplona verlassen habe- dazu gibt es in Logrono das Graffiti von einem Toastbrot!😍😂

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5. Nicht schön, aber lustig: mir ist heute aufgefallen dass es unter älteren spanischen Herren üblich zu sein scheint, sich beim ersten Sonnenstrahl ihres Oberteils zu entledigen und der Welt ihren meist riesengroßen nackten Bauch zu präsentieren. Ich musste echt in mich hinein lachen als mir auf einer längeren geraden Straße aus der Stadt heraus eine Kugel nach der anderen entegenrollte und buen camino wünschte 😉

6. So gar und überhauptnicht schön: hatte ich gestern was von vertrauenswürdigen Decken in der Herberge in Viana geschrieben? Ich nehme alles zurück.

Es gibt keine vertrauenswürdigen Decken auf dem Jakobsweg!

Ich bin heute Morgen mit vielen roten, juckenden Stichen aufgewacht, nachdem ich mich nachts schön in die warme Herbergsdecke gekuschelt hatte…hallo Bettwanzen 🙁 Nach einem kurzen Panikmoment habe ich mir beim Laufen folgenden Plan erdacht um wieder seuchenfrei zu werden: bei Ankunft in der Herberge alle Klamotten heiß waschen und trocknen, heiß und lange duschen, den Rucksack mit allem was nicht in die Wäsche stecken kann in der Sonne erhitzen, ein Spray gegen Wanzen aus der Apotheke holen und alles imprägnieren.

Vor allem: KEINE Decken oder Kissen aus den Herbergen mehr auf mein Bett lassen! Das fällt mir gar nicht so leicht, da ich nur ein Baumwollinlet dabei habe und die letzten Nächte immer wahnsinnig gefroren habe…aber besser als die Viecher quer über den Camino zu schleppen.

Tja, so schnell kanns gehen… Übrigens habe ich bei der Ankunft heute abend dann auch dem Herbergsvater von meiner Misere berichtet, und er hat sogleich alle wichtigen Schritte eingeleitet… Es war mir etwas unangenehm es anzusprechen, aber er hat super reagiert und einfach sofort ein weiteres Spray aus dem Schrank geholt, eine richtige Chemiekeule gegen das, welches ich tagsüber in der Apotheke bekommen habe wohl eher als homöopathisches Präparat durchgehen würde… ich habe leichte Schnappatmung beim Imprägnieren bekommen, aber in diesem Fall hilft viel wohl tatsächlich viel. Drücke die Daumen, dass ich morgen wanzenfrei den weg werde fortsetzen können 😉

Ich schließe den heutigen Bericht mit ein paar Bildchen ab und dann schnell meine Augen, gute Nacht!🌃💜

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