Moinsen 🙂

Ich bin gerade noch am Rumprobieren wie das am Besten funktioniert mit dem Beiträge für die Tage schreiben… an sich ist es am Schönsten, sie gleich am Abend für denselben Tag zu verfassen, ich hab es jedoch mittlerweile bereits geschafft meine 2GB spanische SIM-Karte leer zu spielen.

Außerdem nervt es sicher den Ein oder Anderen wenn ich im Bett im Schlafsaal liege und bis in die Puppen in die Tasten haue 😉  Ich überlege, die Karte nicht wieder aufzuladen und meine Internetpräsenz auf die Zeiten zu beschränken in denen ich Wlan-Empfang habe.

Das waren einfach mal ein paar Fakten zum Drumherum, hier nun der Bericht für den gestrigen Tag! 🙂

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Nach dem hervorragenden Abend mit den Boys Kevin und Fabian, sowie Dirk und seiner Tochter Anna-Lena war meine Stimmung wieder auf dem aufsteigenden Ast… nach dem Aufwachen hatte ich zwar trotzdem sofort dieses „allein“-Gefühl nachdem sich Joaos und mein Weg ja getrennt haben, aber nicht mehr so schlimm wie die Tage zuvor. Dazu hat mir die Begegnung mit der deutschen Truppe klar gemacht, es geht immer weiter…und auch wenn man sich das in manchmal nicht vorstellen kann, der nächste schöne Moment kommt IMMER, meist sogar viel schneller als man denkt!

Solang wir morgens unsere Augen aufschlagen wird es auch immer den ein oder anderen sonnigen Tag geben.

imageWir hatten uns am Abend für den nächsten Tag in einer Herberge nur 17km entfernt verabredet, und ganz ehrlich, nach dem Aufstehen war auch das letzte worauf ich an diesem Tag Bock hatte, zu laufen… aber irgendeine Stimme sagte mir dass ich nun erstmal meinen eigenen Rhythmus wiederfinden müsse und mich auf meine eigenen Ziele zurückbesinnen, und ich lief dann sogar noch weiter, machte die 23km voll, bis Ledigos… was lerne ich daraus?

Nie mehr Abends fest für den nächsten Tag verabreden, ich hab damit nämlich nen ähnlichen Abgang wie Joao gemacht, ohne Abschied einfach weiterzulaufen!

Aber ich muss lernen mich mehr nach mir selber zu richten und auf meine innere Stimme zu hören, damit mich nicht mehr Alles Mögliche aus der Bahn werfen kann. Schließlich warten auch noch einige Kartenbestellungen die ich die nächsten Abende zeichnen möchte 🙂

Zurück zum Tag, ich kann mich an kaum einen Abschnitt bisher erinnern, der mich so genervt hat wie diese endlos lange, monotone Strecke, größtenteils an der Straße entlang, in der knallenden Sonne, einfach nur unspektakuläre Felder rechts und links soweit das Auge reicht…nichts zu sehen von den in meinem Reiseführer erwähnten Sonnenblumen, und für die ursprünglich von den Römern errichtete 17km lange, ausgetretene, schnurgerade Drecksstraße hätte ich selbigen spätestens nach ner Stunde gern meine Meinung gesagt was ich von diesem Meisterwerk halte!

Man sieht, meine Begeisterung zu diesem Tag hält sich in Grenzen;)

imageMeine Strategie (schon seit zwei, drei Tagen, die Umgebung glänzt im Moment gerade echt mit Zurückhaltung was Abwechslung betrifft): Schritte zählen. Immer im Takt, 1…2…3…4… bis 100, dann 20 Schritte lang nach vorne schauen und gucken, ob schon ein Ziel in Sicht ist.

Ist genauso spaßig wie es klingt;)

Irgendwann ertrug ich die Monotonie nicht mehr und schmiss mir ein Hörbuch von Kai Meyer auf dem Tablet an, das ich dann in der Hand mit mir herumtrug….passenderweise eine Wüstengeschichte.

imageWeil ich gerade wieder versuche in die eigene Spur zu kommen, bin ich auch etwas stolz auf mich, dass ich mir in der einen der zwei Herbergen die Unfreundlichkeit des Hospitaleros nicht hab gefallen lassen der genervt war, dass ich mich nicht umstimmen lassen wollte, statt ein Doppelzimmer zu buchen den Schlafsaal beziehen zu wollen…und dann einfach raus und zur anderen Herberge bin.

Bei den privaten Herbergsbetreibern leuchten schon hin und wieder mal die Euro-Zeichen in den Augen der Besitzer auf wenn sie einen Pilger sehen… verständlich zwar wenn ich mir anschaue was für eine ausgestorbene und arme Gegend die Meseta ist, aber ich denke mit ehrlicher Freundlichkeit kommt man weiter, und nicht jeder Pilger ist eine goldene Kuh, die mit Scheinen um sich wirft/werfen kann.

Viel mehr gibts zum Tag auch nicht zu sagen, heute habe ich jedoch meine alte Form zurück erlangt und mir auch noch ein paar Gedanken zu meinem Tief in den letzten Tagen gemacht… die Erkenntnisse gibts später, im nächsten Bericht! 🙂

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