Alles begann auf ichbindani.com.

So hieß der erste Blog, den ich gestartet habe, auf diesem teilte ich meinen Weg vom Neustart bei Null bis zur Umsetzung meines Traums  vom Tätowieren, meine Gedanken, die Hürden und Erfolge. 

Nach einigen Monaten in der neuen Stadt – mit dem Neustart einher ging auch der Umzug von Berlin nach Hamburg – kam mir eine Idee: warum nicht den Jakobsweg, den Du vor einem Jahr mit dem Exfreund begonnen hattest, diesen Sommer allein beenden. Die Trennung musste verarbeitet werden und ich wollte Selbstbewusstsein sammeln, das ich dringend benötigte ,um an mich und meine Fähigkeiten als Zeichnerin zu glauben. 

In diesem Zug entstand auch die Idee, auf der Reise eine Spendenaktion zu initiieren, in Form von auf dem Weg selbstgemalten und an Follower gegen Spende verschickte Karten. Die Erlöse gingen an einen Tierrettungshof namens „Land der Tiere“

Ich habe meine alten ichbindani-Artikel auf Freundin.freiheit übertragen um zu zeigen wie alles begann.

Im folgenden Artikel, der am 14. April 2016 online ging, schreibe ich das erste Mal über meinen Entschluss, den Jakobsweg zu bewältigen und traue mich, die Spendenaktion bekannt zu geben. (Zu dem Zeitpunkt dachte ich noch, bestimmt würde niemand mitmachen, dass die Aktion schon nach zwei Wochen so erfolgreich sein würde, dass ich Monate hätte zeichnen können, konnte ich ja noch nicht ahnen. 😉 )

Aber genug der Worte, viel Spaß beim Artikel!

Jakobsweg, Postkarten und ein riskanter Plan

Ich hatte es auf Facebook-Dani ja bereits angekündigt. 

In den nächsten Wochen wird die wohl abenteuerlichste Reise meines Lebens starten.

Sechs Wochen, ohne bemerkenswerte Ersparnisse, ca. 700 km zu Fuß allein quer durch Spanien. (edit von Freundin.freiheit: am Ende sollten es über 850 km sein, da ich von Santiago weiter nach Muxia und Finisterre gewandert war.) Entlang des Jakobswegs, genauer gesagt des Camino Francès. Der Flug ist bereits gebucht, am 14.Juni 2016 wird es von Hamburg nach Pamplona gehen! Den Ort, wo mein erster Kontakt mit dem Jakobsweg letztes Jahr fast genau zur gleichen Zeit endete.

Aber alles der Reihe nach.

Wer ist überhaupt dieser Jakob und warum hat der seinen eigenen Weg?! 

Jakobus der Ältere zählte zu den Jüngern Jesu‘ und soll sich nach dessen Tod aufgemacht haben um die spanische Halbinsel zu missionieren. Nachdem dieser Plan mit seiner Enthauptung geendet war, setzten der Legende nach zwei seiner Anhänger seine Gebeine im heutigen Santiago di Compostela im Westen Spaniens bei. Erst 900 Jahre später wurde das Grab wiederentdeckt und von der Kirche zum Wallfahrtsort ernannt. Seitdem haben sich seit über 1000 Jahren Millionen von Pilgern auf den Weg gemacht, allein im Jahr 2015 haben über 263.000 Pilger Santiago erreicht. Postmortem kann Jakobus sich also auf die kompostierten Überreste seiner Schulter klopfen…

Heute gibt es nicht nur „den“ einen Jakobsweg.

Genaugenommen ist es ein ganzes Netz an Strecken, welches sich quer durch Europa zieht, der bekannteste hiervon, den auch ich gehen werde, ist der „Camino Francès“. Er führt über die Pyrenäen und die spanische Hochebene.

Auch Hape Kerkeling, der mit seinem Buch 2006 einen regelrechten Jakobsweg-Hype verursachte (ehrlich gesagt habe ich das Buch nie gelesen) ist den Camino Francès gegangen.

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Die Jakobswege, den roten werde ich gehen

Ich bin nicht gläubig. Die Idee, den Weg zu laufen lässt mich jedoch nicht mehr los, seit ich 2015 meinen damaligen Freund die ersten Etappen seines Weges von St. Jean Pied de Port bis nach Pamplona begleitet habe.

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Mein Exfreund genießt den Ausblick beim Aufstieg in die Pyrenäen

Der Zauber des Weges lässt sich schwer in Worte fassen. Sind es die Pilger aus aller Welt, mit denen man die Strapazen gemeinsam durchsteht und von denen jeder seine eigene Geschichte zu erzählen hat? Die Straßen, die die Erinnerung an Millionen von Schritten in sich tragen? Die Landschaft, die alten Steindörfchen und Städte Spaniens?

Oder die Tatsache, dass man sich endlich wochenlang nur mit den essentiellsten Dinge seines Lebens zu befassen muss: 
gehen, essen, Schlafplatz finden, Gedanken sortieren, den Kopf neu ordnen, Ruhe finden.

Der Weg ist besser als jede Therapie. Dabei jedoch auch ähnlich fordernd, aufgrund mangelnder Ablenkung wird man quasi dazu gezwungen, sich mit sich selber zu beschäftigen. Schon die zwei Wochen letztes Jahr waren eine intensive Erfahrung, ich bin gespannt was dieses Jahr auf dem Weg auf mich warten wird.

Nach und nach manifestierte sich eine Idee und ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Könnte man nicht beides verbinden, Zeichnen und Laufen?

Ich werde also Stifte und Papier mit mir tragen und jeden Tag Impressionen vom Weg in postkartengroßem Format anfertigen. Jede Karte wird nummeriert und ein Unikat sein, die ich vor Ort gegen eine Spende oder einen kleinen Betrag abgeben werde. Gerade im Sommer sind viele Pilger unterwegs, die die Kärtchen entweder an ihre Lieben zuhause versenden, oder als Besonderes Andenken weiter mit sich tragen können. (Edit Freundin.freiheit: Im Endeffekt lief die Aktion größtenteils online, über den Blog und die Facebookseite.)

Willkommen also zur Geburt von „Postcards from Dani“! *großer Applaus, Schlüppis auf der Bühne*

Ich bin sehr aufgeregt und gespannt. 

Ich habe mir vorgenommen, so minimalistisch wie möglich zu reisen, trotzdem bin ich mir noch nicht ganz sicher, wie ich die sieben Wochen geldtechnisch abdecken werde. Ich hoffe, das Geld wird reichen und mich mit dem Mindesten -nachts einem Dach über dem Kopf und tagsüber sehr einfaches (veganes) Essen, das mir ausreichend Energie zum Wandern gibt – zu versorgen. 

Auf dem Blog und auf Facebook werde ich während der Reise jeden Tag von meinen Erlebnissen, Begegnungen, Erfolgen und Rückschlägen berichten, sowie Bilder der Kärtchen veröffentlichen. Dafür benötigt es noch einiges an Vorbereitung, die ich mit Dir teilen werde. Weiterhin überlege ich, ob ich eine Option einrichten könnte, die es Supportern ermöglicht gegen eine Spende oder einen bestimmten Betrag eine von mir mit Liebe gestaltete Karte direkt vom Jakobsweg nach Hause zu erhalten, und so das Projekt zu unterstützen.

So far so good, ich freue mich über Kommentare, aufbauenden Zuspruch, eigene Erfahrungen, Tipps, Beleidigungen, Gedichte, egal was, unter diesem Artikel! 🙂DSC05006

Anmerkung: alle Bilder stammen vom Camino 2015, aus Gründen der Privatsphäre habe ich meinen Exfreund auf den Bildern durch Doubles ersetzt. Eventuelle Ähnlichkeiten zum tatsächlichen Person sind rein zufällig und liegen keineswegs in meiner Absicht. Quelle Beitragsbild: DRAUSSENsein/youtube

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