Die heutige Wanderung auf dem Alsterwanderweg führt kurz vor die Stadtgrenze im Norden Hamburgs und führt dann den Alsterlauf entlang Richtung Zentrum.

Er beginnt in Kayhude und führt dann quer durch Hamburg mitten in die City. Meist wird er in zwei Abschnitte aufgeteilt: den Nördlichen Teil (15,6 km) und den Südlichen Teil (22 km). Dazu verläuft er parallel zum norddeutschen Jakobsweg, der Via Baltica.

Große Teile des Weges schlängeln sich entlang der anfangs noch schmalen Alster durch urwüchsige Landschaften. Gerade der noch weniger belaufene nördliche Teil bietet alles was man benötigt, um den Großstadttrubel für ein paar Stunden hinter sich zu lassen.

Alsterwanderweg, wo bist Du?!

Typisch.

Wenn ich mir etwas in den Kopf setze, passiert das meist spontan und Hals über Kopf. Dieses Wochenende würde ich genau einen Tag frei haben, daher durchforstete ich das Internet nach einem passenden Wanderweg, den ich ohne großen Aufwand von Hamburg aus erreichen könnte. Und siehe da: gefunden!

Der Alsterwanderweg.

Schnell erreicht, mit insgesamt ca. 37 Kilometern Gesamtlänge in zwei knackigen Tagesetappen zu bewältigen – und dazu scheinbar perfekt für Orientierungslose wie mich. Denn wo sollte man sich auf einem Wanderweg, der sich an einem Fluss orientiert, schon verlaufen können? Da kann man den Wanderführer dann auch sicher zuhause lassen (vergessen, *räusper*).

Denkste. Sooft wie ich am Ende des heutigen Tages würde ich selten innerhalb so kurzer Zeit die Orientierung verloren haben! Und das, obwohl auf der Strecke gleich zwei Wege verlaufen, sowohl Alsterwanderweg als auch die Via Baltica.

Du denkst jetzt sicher: ‚Diese Dani, die ist ja komplett orientierungslos.‘

Das ist richtig.

Doch lass‘ mich zu meiner Verteidigung anmerken: Der Weg schneidet des öfteren Flusskurven und führt durch Wälder, Wiesen oder kleine Wohngebiete. Da kann man schon mal den Überblick verlieren, vor Allem, wenn plötzlich auch noch die Pfeile am Wegesrand verschwinden… Oder einfach auch mal gleichzeitig nach links und nach rechts führen.

Meine Empfehlung, wenn Du den nördlichen Teil des Weges wandern möchtest: achte sehr aufmerksam auf die Streckenführung, oder nimm am Besten gleich einen Wanderführer mit. 

Die Alster – Hamburgs blaues Band

Die Alster entspringt dem Holsteinischen Henstedt-Ulzburg und schlängelt sich auf 56 Kilometern Länge quer durch Hamburg, bis sie schließlich nahe der Landungsbrücken in die Elbe mündet.

Auf ihrem Weg passiert sie Buchenwälder, Vorstadtvillen und sehenswerte Kulturlandschaften. Dazu bildet sie kurz vor ihrer Mündung eine der Hauptattraktionen Hamburgs: die beliebten Stauseen Außen- und Binnenalster.

Der Wanderweg führt oft direkt am Flusslauf entlang. Immer wieder passiert man dabei das flache, sandige Ufer. Ein Badeparadies!

Auch Kanus und Kajaks zogen immer wieder an mir vorbei. Vielleicht ist das sogar die schönstmögliche Art, die Alster zu entdecken?

Nsg Rodenbecker Quellbachtal

Auf meiner Wanderung ahne ich zu fast keinem Zeitpunkt, dass ich mich geradewegs Richtung Zentrum der zweitgrößten Stadt Deutschlands bewege. 

Alles ist grün, und es sprießt und wuchert, wohin man auch schaut. So passiere ich das Naturschutzgebiet Rodenbecker Quellbachtal, dessen Bäche und Quellen am Ende der letzten Eiszeit geschaffen wurden. Naturnahe Bruch- und Birkenwälder bieten hier seltenen Wassertieren und Vögeln einen Lebensraum, sowie Wasserpflanzen und Pilzen eine Heimat. 

Die Mellingburger Schleuse

Nicht weit vor dem heutigen Ziel, dem Bahnhof von Poppenbüttel, erreiche ich die alte Mellingburger Schleuse aus dem 19. Jahrhundert.

Hier überquere ich die Alster ein weiteres Mal, während die Sonne langsam gen Horizont wandert. Kein weiterer Mensch ist mehr vor Ort. Auch das große Gasthaus, welches in einem eindrucksvollen Reetfachwerkhaus untergebracht ist, hat bereits geschlossen.

Mit allen Sinnen nehme die besondere Stimmung in mir auf und beobachte, wie die letzten Sonnenstrahlen auf der Wasseroberfläche tanzen.

Hinter der Schleuse wird es übrigens noch mal kurz verwirrend: die Beschilderung Richtung Poppenbüttel verschwindet einfach ganz, beziehungsweise wurde überstrichen.

Scheinbar ist es gewollt an dieser Stelle geradeaus weiter durch das Wohngebiet zu gehen, ich bin jedoch rechts abgebogen und habe mich weiterhin am Rand der Alster orientiert. Wahrscheinlich habe ich das entscheidende Schild einfach übersehen… etwas großzügiger hätte man hier allerdings schon mit den Wegweisern umgehen können.

Trotz der vielen Fragezeichen: der nördliche Teil des Alsterwanderweges ist die perfekte Strecke für ein kleines Abenteuer in der Natur mit viel Abwechslung!

Ich freue mich bereits, in den nächsten Tagen den südlichen Teil des Wanderweges zu entdecken. Dieses Mal mit Wanderführer.

Nur zur Sicherheit.Tipps für den Weg

  • Anreise: Ab Jungfernstieg fährt der Bus im Zweistundentakt Richtung Heidkrug, Kayhude. Die Fahrt wird von der normalen Tageskarte abgedeckt. Kosten: 6,20 Euro.
  • Abreise: Vom S-Bahnhof Poppenbüttel nimmt einen die S1 unkompliziert wieder mit in die Innenstadt. 
  • Beschilderung: spärlich, teils verwirrend. Meist gelbe Richtungspfeile. Ganz verloren gehen wird man jedoch nie, denn im Prinzip gilt: immer der Strömung am Wasser entlang! Tipp: einen Wanderführer gibt es zum Beispiel hier.
  • Solltest Du ohne Wanderführer gehen: Der Weg beginnt hinter der Gastwirtschaft, die nahe der Bushaltestelle Heidkrug liegt. Ab dort wird der Start mit einem großen Holzschild markiert.
  • Wegbeschaffenheit: eben und gut begehbar, auch fürs Rad und den Buggy geeignet.
  • Verpflegung: es gibt einige Cafes und Restaurants in der Nähre des Weges.
  • nicht vergessen:  Mückenschutz! Oder schnell marschieren. 😉

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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