Der heutige Artikel dreht sich um das Thema „Allein wandern als Frau“. Besser gesagt um Ängste, die Dich davon abhalten könnten – und die Gründe, warum Du genau das nicht zulassen solltest.

Ich habe viele Frauen kennengelernt, die davor zurückschreckten, auf ihre erste eigene Solotour zu starten, sei es eine Tagestour ohne Wanderbegleitung oder die erste Fernwanderung auf eigene Faust. Dazu kenne ich alle der im Artikel beschriebenen Ängste auch selber sehr gut. Einige von ihnen begegnen mir auch heute noch hin und wieder,  wenn ich allein unterwegs bin.

Zeit, unseren Ängsten den Kampf anzusagen!

Allein wandern als Frau: Freiheit ohne Kompromisse

Du bist auf dem Weg. Der Wind raschelt leise durch die Blätter. Um dich herum: Wald. Dicht und in ein Grün getaucht, wie Du es nur an Orten wie diesem vorfindest. Während Du voran gehst, federn herabgefallene Nadeln auf dem Boden sanft Deine Schritte und schmale Lichtstrahlen werfen Muster auf das Moos an den Baumstämmen.

Dann eine Lichtung.

Raus ins Freie, Rast auf der Wiese neben dem Weg. Das Summen der Bienen und der Geruch von saftigem Gras lassen Dich schläfrig werden. Sie erinnern an Deine Kindheit und Sommertage auf dem Land. Du fühlst dieses Gefühl in dir aufsteigen… ist das Glück?

Zu Fuß entdeckst Du Orte, die Du sonst nie erreichen oder in dieser Form wahrnehmen würdest. Nur Du bestimmst das Tempo und die Strecke, Du hast Zeit ganz für Dich allein.

Allein wandern als Frau bedeutet: Keine Kompromisse, keine Auseinandersetzungen, kein Anpassenmüssen. 

Und doch: Der erste Schritt ist oft der schwerste.

Bevor ich auf dem Jakobsweg 800 Kilometer allein durch Spanien wanderte, überlegte ich hin und her. Vor lauter Aufregung machte ich in den Tagen vor der Abreise nachts kaum ein Auge zu. War ich vorbereitet genug? Hatte ich alles bedacht? Würde ich das alles allein überhaupt schaffen? War ich überhaupt fit genug?

Und auch: Bedeutet das alleine zu wandern, mich einem besonderen Risiko auszusetzen? Mich damit eventuell sogar unverantwortlich zu verhalten und in Gefahr zu begeben?

Die Ängste, die ich in der nachfolgenden Liste zusammengestellt habe, kenne ich selber alle nur zu gut. Am Ende ging ich den Jakobsweg trotzdem – eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Wofür ein Sturkopf doch alles gut sein kann! 😉

(Ach, und liebe Männer: Vielleicht habt Ihr ähnliche, wenn nicht dieselben Themen, die Euch vor einer Solowanderung beschäftigen? Ihr seid natürlich herzlich dazu eingeladen mitzulesen und mit zu diskutieren!)

Allein wandern als Frau: mögliche Ängste und Gegenmaßnahmen

  • Angst, die Orientierung zu verlieren

    Tja… diese Angst ist zumindest bei mir alles andere als unberechtigt! 😉 Ich schaffe es wirklich ÜBERALL, mich zu verlaufen. Auf dem Weg zur Arbeit, in großen Gebäuden, auf eigentlich hervorragend ausgeschilderten Wanderwegen…

    Solltest Du mit einem ähnlich hervorragenden Orientierungssinn ausgestattet sein wie ich: Kein Grund zur Sorge! Es gibt genügend Hilfsmittel, die Dir helfen können, Dich zu orientieren.

    – Suche Dir Wanderwege, die markiert sind. Zum einen hat es den Vorteil, dass man sich an den Markierungen orientieren kann, zum anderen führen Wanderwege in den meisten aller Fälle durch tolle Gegenden und Landschaften. Dabei sind auch gut beschriftete Wege oft gar nicht so überlaufen, dass Dein Wandererlebnis geschmälert wird.

    – Habe einen Reiseführer oder eine Karte dabei. Es gibt Karten- und Buchmaterial zu wirklich fast jedem Weg!

    – Lade Dir den Kartenausschnitt Deiner Tour in Google Maps auf Dein Smartphone. Somit kannst Du über dein Handy navigieren, auch ohne Internetempfang.

    – Frage nach dem Weg! Auch wenn es anfangs unangenehm erscheinen könnte nach Hilfe zu fragen: Mitwanderer und Einheimische helfen gern in vielen Situationen und weisen Dir die richtige Richtung.

    (Solltest Du übrigens planen, den Camino Frances zu gehen, kann ich Dich beruhigen. Der Weg ist wirklich so gut markiert und belaufen, dass Du an keiner Stelle verloren gehen wirst. Es sind überall Pfeile am Weg zu finden und Wanderer sowie Einheimische um Dich herum, die Dir immer wieder Sicherheit geben können. Außerdem besteht immer wieder die Möglichkeit, dich doch einer Gruppe anzuschließen, wenn Du mal eine Zeit lang genug vom Alleinwandern hast.)

  • Angst, in Not zu geraten

    Solltest Du dich was das Wandern betrifft noch unsicher fühlen geh‘ es einfach langsam an. Niemand zwingt Dich, auf Deiner ersten Solotour in Reinhold Messners Fußstapfen zu treten!

     Suche Dir fürs Erste einfache Strecken in ebenem Terrain. Mache dich mit dem extra Gewicht auf Deinem Rücken vertraut, laufe Deine Schuhe ein. Teste, auf welchem Level sich Deine Leistungsfähigkeit befindet. So weißt Du genau, was Du Dir zumuten kannst und was nicht.  Damit verringerst Du die Gefahr einer Verletzung.

    – Suche Dir eine Strecke, die nicht zu abgeschieden ist. Auf bekannten und etablierten Wanderstrecken ist es wahrscheinlicher auf Menschen zu treffen, die in der Not helfen könnten.

    –  Wanderstöcke für zusätzlichen Halt. Vor allem in unebenem Terrain können Wanderstöcke Dich vor dem Ab- und Ausrutschen schützen und entlasten dabei noch ganz nebenbei Deine Gelenke.

    – Habe ein Notfallhandy dabei. Speicher‘ Dir Notrufnummern ein, erkundige Dich eventuell vor Deiner Tour nach zuständigen Rettungsdiensten. Damit Dein Handy auch wirklich einsatzbereit ist, falls Du es benötigst, kann es Sinn machen, eine kleine Powerbank dabeizuhaben. So kannst Du es auch unterwegs laden. 

    – Informiere Freunde und Familie zu Deiner Wanderstrecke. Lass‘ sie wissen, welche Strecke Du zu gehen planst und melde Dich, sobald du wohlbehalten wieder zurück bist.

  • Angst vorm „Alleinsein“

Als ich letztes Jahr auf dem Jakobsweg auf meine erste Tagesetappe startete, war ich wahnsinnig aufgeregt. Doch nach bereits kurzer Zeit merkte ich: das macht ja wirklich Spaß!

– Halte Dich beschäftigt. Nimm eine Kamera mit, lies im Wanderführer, beobachte Deine Umgebung mit allen Sinnen. So vermeidest Du Langeweile und kommst gar nicht erst dazu, Dich allein zu fühlen. Vielleicht möchtest Du sogar Musik hören, oder ein Hörbuch? Alles ist erlaubt, was Dir auf Deiner Wanderung Spaß macht!

– Nutze die Gelegenheit, um Deine Gedanken zu ordnen. Ja, Alleinsein ist nicht immer schön… vor allem, wenn Dich ruhige Momente beim Laufen zum Grübeln bringen. Sieh die Zeit als eine Chance, Dinge aufzuarbeiten. Auf einer Wanderung kannst Du dich ganz dir selbst und eigenen Gedankenbaustellen widmen.

– Teile die Erlebnisse nach der Tour oder am Etappenziel mit deinen Lieben. Vielleicht startest Du sogar einen Blog, um Deine Erlebnisse schön aufzubereiten?

– Du selbst bist die allerbeste Reisebegleitung. Versprochen. Vertrau‘ mir! 🙂

  • Angst, schief angeschaut zu werden

Ja, hin und wieder wirst Du neugierige Blicke ernten. Allein wandern als Frau ist auch heutzutage noch kein alltägliches Hobby. Vor allem, wenn die Strecke eine Tagesetappe übersteigt und Du sichtbar gut ausgerüstet unterwegs bist.

– Sei offen für Begegnungen. Ich treffe auf meinen Wanderungen in Deutschland öfter auf Menschen, die schlichtweg verblüfft sind, dass ich mich „traue“, allein unterwegs zu sein. So mancher skeptischer Blick hat sich nach einem kurzen Lächeln meinerseits in ein freundliches Gesicht verwandelt und nicht selten entwickelte sich in ein nettes Gespräch. Eine gute Gelegenheit für etwas Abwechslung zum „Alleinwander-Alltag“.

– Mehr Selbstsicherheit mit jedem Schritt.  Am Anfang wirst Du Blicke verstärkt wahrnehmen. Vielleicht sogar Blicke, die eigentlich gar keine sind? Doch jeder Schritt wird Dich sicherer und routinierter machen in dem was Du tust. Wandern stärkt Dich und Deinen Geist in jeder Hinsicht. Was Andere von oder über Dich denken wird für Dich (auch über das Wandern hinaus) immer nebensächlicher werden.

– Sei ein Vorbild. Oft höre ich bei Begegnungen vor allem von anderen Frauen: „Wie gern würde ich auch mal allein gehen, doch mir fehlt der Mut…“ Sei Dir sicher, viele Blicke drücken weniger Skepsis aus, als vielmehr die eigene Sehnsucht, sich ähnliches trauen zu wollen.

  • Die Angst, sich egoistisch zu verhalten

…tritt wahrscheinlich öfter in Bezug auf längere Fernwanderungen auf. Mich hat diese Angst bei meinen Planungen für meinen Jakobsweg 2016 befallen. 7 Wochen unterwegs sein… und meinen Freund für die Zeit einfach zurücklassen? Meinen Kollegen die Mehrbelastung auf Arbeit zuzumuten?

Nun befinde ich mich erneut in diesem Dilemma. Ich bereite mich darauf vor, 5 Monate lang allein auf dem PCT von Mexiko nach Kanada zu wandern. Da fällt die Freude bei meinen Liebsten eher verhalten aus…

-Dein Leben, Dein Glück, Dein Weg. Es klingt so einfach… Doch der Rat kommt von Herzen. Du bist zuständig für dein Glück. Du bist nicht zuständig für das Glück von anderen Menschen.

– Arbeite um zu Leben, nicht Lebe um zu – Du kennst den Spruch. Für Deine Arbeitgeber entspricht Dein persönlicher Wert dem Deiner Arbeitsleistung. Lass Dich – gerade als Angestellte – emotional nicht zu sehr in die Mangel nehmen.

– Kompromisse sind okay. Im richtigen Verhältnis. Deine Träume erfüllt zu sehen, sollte für Deine*n Partner*in genauso wichtig sein wie für Dich. Natürlich sind gerade längere Trennungen eine harte Belastung. Doch genauso ist es eine Möglichkeit, gemeinsam zu wachsen und sogar noch enger zueinander zu finden..

– Erhalte die Nähe. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen wie wichtig das ist. Auf einer längeren Reise wird jede Beziehung zur Fernbeziehung, und da heißt es: dran bleiben. Sich nahe bleiben. Kommunizieren. Erlebtes miteinander teilen, auch wenn man zeitweilig in sehr verschiedenen Welten unterwegs ist. Klar hat man während seiner Wanderung nicht unbedingt den Kopf, sich mit den Alltagsproblemen des Partners zu beschäftigen, genauso andersherum. Doch mit Respekt und ehrlichem Interesse am Leben der geliebten Person können auch längere räumliche Trennungen gemeistert werden.

– Es gibt viele Wege, in Kontakt zu bleiben. Eine Postkarte aus jedem Dorf, das Du durchquerst? Ein Tagebuch, das Du und Dein*e Partner*in/Familie/Freunde in der Zeit der Trennung schreibt und nach der Heimkehr untereinander austauscht? Briefe? Skypegespräche übers Smartphone? Möglich wäre auch, dass Ihr einen Teil der Strecke gemeinsam geht.

  • Die Angst, körperlich bedroht zu werden

Allein wandern als Frau. Kommen Dir da Schreckensvisionen in den Sinn? Ich gebe zu… mir schon. Und das nach über 1100 größtenteils allein gewanderten Kilometern. Ohne eine einzige tatsächlich bedrohliche Begegnung. Frauen werden leider auch heute noch darauf geprägt, sich schwach und als „leichtes Ziel“ zu fühlen.

– Das Leben ist gefährlich. Joggen gehen ist riskant. Eine Party zu besuchen ist riskant. Nachts durch die Stadt laufen ist riskant. Tagsüber durch die Stadt laufen ist riskant. Oder… auch nicht? Ich behaupte: auf Wanderschaft bist Du der Gefahr vor Übergriffen genauso viel oder wenig ausgesetzt wie in Deinem ganz normalen Alltag auch.

– Sei vorbereitet. Informieren dich zum Thema Selbstverteidigung. Diese fängt bei Deiner Körpersprache und einem sicheren Auftreten an, reicht über das richtige Verhalten im Ernstfall bis hin zu der Überlegung, ob Du ein Pfeffergel (zielsicherer als Pfefferspray!) oder eine Trillerpfeife mit Dir führen möchtest.

– Hab Vertrauen. Statt zu überlegen, welche bösen Menschen Dir über den Weg laufen könnten: lass‘ Dich überraschen, wie unfassbar vielen freundlichen, warmherzigen und hilfsbereiten Menschen Du ganz sicher begegnen wirst. Die Welt und ihre Menschen sind besser, als Du denkst!

Allein wandern als Frau: Unser Abenteuer wartet!

Ich bin froh, dass ich mich nicht habe abhalten lassen.

Von den Warnungen, die wir Frauen zu hören bekommen, wenn wir uns allein auf eine Reise wagen wollen. Von den Bedenken, die mir durch den Kopf gegangen sind, bevor ich mich das erste Mal allein auf eine Wanderung getraut habe. Von den Stimmen, die uns einreden, wir seien schwächer, gefährdeter, hilfloser oder weniger leistungsfähig.

Ich weiß nun: wir Frauen sind stark. Unsere Ängste sollten uns nicht von den Abenteuern und den großen Momenten unseres Lebens zurückhalten.

Mit meinem Blog möchte ich ein Beispiel sein und Dich inspirieren, loszugehen. Und wenn Du Dich noch nicht ganz allein traust, nehm‘ ich Dich einfach an die Hand und ein Stück mit auf den Weg! 🙂

Wanderglück auf der niedersächsischen Via Baltica

Ich hoffe, mein Artikel über das allein Wandern als Frau hat Dir gefallen!

Hast Du dich ein Stück wiedererkannt? Der Artikel spiegelt meine persönlichen Ängste wieder. Gibt es weitere, mit denen Du auf Solowanderungen und Reisen im Allgemeinen zu kämpfen hast? Was sind Deine Lösungen? Falls Du ein Mann bist: spielen für Dich ähnliche Ängste eine Rolle oder ganz andere?

Bis gleich, in den Kommentaren! 

 

 

 

 

 

 

19 Comments

  1. Liebe Dani!

    Grade erst von Dir gepostet, schon habe ich ihn verschlungen. Dieser Artikel ist richtig toll geworden und kommt genau im richtigen Moment. Ich hatte früher vor nie und gar nichts Angst und habe mir erst in den letzten 1-2 Jahren so ein paar blöde kleine Bedenken angehäuft, die langsam immer größer wurden. Gerade weil man immer wieder irgendwelche Geschichten hört, wo jemandem etwas passiert ist. Diese Geschichten gab es ja aber schon immer, nur wirken sie eben jetzt, durch die digitale Vernetzung, viel näher und realer für das eigene Leben. Ich ärgere mich über mich selbst, dass ich von so etwas meine Gedanken bestimmen lasse (zum Glück aber noch nicht mein Verhalten). Deshalb ist es toll, wenn durch das Internet eben auch die vielen anderen, guten Geschichten sichtbar sind. Ich habe neulich dieses Video von der Frau, die alleine durch den Iran (!) gelaufen ist gesehen und war überwältigt von der Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft, die ihr überall begegnet ist. Oder eben so Geschichten wie Du sie erlebt hast und aufschreibst. Danke dafür, dass Du mir mal eben klargemacht hast, dass das Gut der Freiheit höher ist als ängstliche Gedanken, die einfach nur Gedanken sind, und eben keine Realität.
    Liebste Grüße, Sandra

    • Daniela Reply

      Liebe Sandra,

      danke für Deine Gedanken dazu. Ja, mir geht es genauso… ich versuche mich zwar mit aller Macht in meinem Verhalten nicht davon beeinflussen zu lassen, doch ich hab‘ auch das Gefühl, dass einem diese Horrorszenarien aus den Medien dann doch irgendwie auch in die eigenen Gedanken kriechen. Das Video der Dänischen (?) Frau hat mich auch total umgehauen!! 🙂 Sie hat ja auch einen ganzen Film dazu in Arbeit gehabt, da muss ich doch gleich mal nachschauen ob der vielleicht sogar schon erschienen ist 🙂

      Liebste Grüße zurück 🙂
      Dani

    • Daniela Reply

      Vielen Dank liebe Bine, ich freue mich sehr!
      Liebe Grüße
      Dani

  2. „Bedeutet das alleine zu wandern, mich einem besonderen Risiko auszusetzen? Mich damit eventuell sogar unverantwortlich zu verhalten und in Gefahr zu begeben?“

    Dass es unverantwortlich und quasi fahrlässig ist, als Frau auch nur IRGENDETWAS alleine zu unternehmen, wird uns ja erfolgreich seit Ewigkeiten eingeimpft. Klar, man kann Sachen alleine machen, aber wehe, es passiert etwas, da schlägt die vermeintliche „Sorge um die Sicherheit der Frau“ schnell in eine Art „Anklage“ um. Wie konnte sie nur so leichtisinnig sein? Da fährt man auch nicht alleine hin! etc.

    Ich hab mich letztes Jahr für eine Reihe mit alleinreisenden Frauen beschäftigt und mit den Frauenbildern, die es uns oft heute noch so schwer machen (und uns ein schlechtes Gewissen machen, wenn wir es denn dann doch tun). Das Spannende (und Erschreckende) daran: Es hat sich in den Erwartungen an Frauen nicht *grundsätzlich* etwas geändert in den letzten 2 Jahrhunderten…
    Vielleicht magst du mal reinlesen: „Wenn Frauen ohne Männer reisen“ https://wandernd.wordpress.com/2016/09/16/frauen-reisen-orient-ohne-mann/ (falls der Link dich stört, lösch ihn einfach wieder raus, kein Problem. Dachte nur, der Artikel passt zum Thema).

    • Daniela Reply

      Hey Ilona, danke, das sind ganz genau meine Gedanken. Und je mehr ich mich damit beschäftige, woher manche Ängste eigentlich kommen, desto mehr macht es mich auch ein bisschen ärgerlich.

      Weil sie in vielen Situationen tatsächlich nicht aus einer konkreten, realistischen Gefahrensituation resultieren, sondern aus falsch verstandener „Sorge“ der Gesellschaft um mich als vermeintlich schwächere Frau und einem Bild, das uns als Frauen auch heutzutage noch auferlegt wird.

      Den Artikel lese ich gleich mal, danke für den Link! (Und, gar kein Problem 🙂 )

      Liebe Grüße
      Dani

  3. Hallo Dani, danke für das ausprechen und aufschreiben.

    Bei meiner ersten Wanderung durch den Schwarzwald habe ich mich am meisten geärgert, wieviel Energie und Freude all meine Ängste mir rauben…

    Eine Ergänzung: Notrufnummern habe ich auch aufgeschrieben dabei. Denn wenn der Akku leer ist, wären auch auch die Nummern weg… 🙂

    • Daniela Reply

      Hey Stefanie, das ist ein super Tip, danke fürs Ergänzen! Und viel Spaß auf allen zukünftigen Wanderungen 🙂

      Liebe Grüße
      Dani

  4. Ein toller Artikel!
    Für mich heißt Wandern zur Ruhe zu kommen. Weg vom Alltag. Weg von allen Problemen und Baustellen. Da mach ich mir keinen Kopp um den schwarzen Mann.
    Meine Hündin begleitet mich. Sie ist wachsam und warnt mich. Aber ich würde nie zulassen das sie mich verteidigt. Dazu hab ich zuviel Angst das ihr was passiert 😊
    Gefahren gibt’s es überall. Aber eher dort wo viel los ist und nicht irgendwo im nirgendwo.

    Lasst uns einfach laufen. Die Angst davor das etwas passieren könnte ist ein viel größerer Feind!

    • Daniela Reply

      Hallo liebe Susanne,

      Du sprichst mir aus der Seele! Viel Spaß Euch zwei auf allen Wegen 🙂

      Liebe Grüße
      Dani

  5. Pingback: Tipps von und für alleinreisende Frauen (Linkliste) | wandernd

  6. Liebe Dani,

    WOW! Was ein toller ehrlich geschriebener Bericht. Meinen größten Respekt hast du, den Jakobsweg gelaufen zu sein und jetzt steht der PCT an? WAHNSINN – Hut ab! Mit Zweiflern aus dem näheren Umfeld muss man (oder Frau) sich wohl abfinden, wenn man (wie auch ich) zu verrückten Ideen neigt, aber am Ende habe ich immer erlebt, dass die Familie nach Rückkehr wahnsinnig stolz und begeistert ist. Die Ängste, die du beschreibst kenne ich gut, alleine gewandet bin ich noch nicht. Einmal stand es mir kurz bevor und dann hat sich doch eine Gruppe angeschlossen. Aber Dennoch denke ich, dass die Ängste auf die meisten Aktivitäten zutreffen, die man alleine machen kann. Alleine Reisen, Alleine Wandern, alleine irgendwas – als Frau musst du dich immer der Frage stellen – Alleine als Frau? Was passiert, wenn… Vor allem bei der Angst, sich zu verlaufen, habe ich mich direkt wiedergefunden. Zu lustig, wenn ich bedenke, dass ich keinerlei Orientierungssinn besitze und sogar dazu neige, in die verkehrte Richtung zu laufen nachdem ich in einem bekannten Laden einkaufen war. Nächstes Jahr reise ich nach Patagonien und werde das erste Mal in meinen Leben alleine wandern gehen, ich bin schon total gespannt. Das wird definitiv ein großer Schritt aus meiner Komfortzone werden, aber ich kann es jetzt schon kaum abwarten 🙂

    Liebe Grüße,
    Stefanie

    • Daniela Reply

      Liebe Stefanie,

      vielen lieben Dank, das freut mich sehr! 🙂
      Ja, der PCT ist für nächstes Jahr angedacht- so alles bis dahin verläuft wie ich mir das vorstelle 😉 Sollte es mit den USA nicht klappen (man weiß ja nie wie sich die Visa-Bestimmungen etc noch verändern), hab ich aber auch schon einen tollen „Plan B“ innerhalb Europas erdacht. Aber auch der wird lang 😉
      Ja, die Sache mit der Angst..da müssen wir durch… Aber ich freu mich, dass Du auch so mutig bist und werde Deine Reisen ab jetzt immer gespannt verfolgen! Patagonien wird sicher genial! <3

      Liebe grüße
      Dani

  7. Hallo Dani,

    erst einmal soll gersagt sein, das dein neues Zuhause wirklich schön geworden ist, gefällt mir gut. Schöne Aufteilung, angenehme Schrift und tolle Fotos…prima.

    Schöner Artikel, auch als Mann. Sicher ist bei uns der „schwarze Mann“ etwas anders gestaltet. Bisher standen nur Tageswanderungen auf den Programm, möchte ich Zukunft aber auch mal mehrtägige Wanderungen unternehmen. In Hütten und Zelt alleine übernachten, und das evtl sogar im Wald? 🙂 Durchaus eine ungewohnte Vorstellung…

    Aber dein Abschnitt zum „Egoismus“ lädt durchaus zum grübeln ein. Ist man in einer Beziehung oder verheiratet, dann ist das alleine losziehen gar nicht so einfach. Es gehört da wohl ein Partner dazu, der einen ähnlichen Egoismus an den Tag legt und sozusagen den Gegenüber „versteht“. Ich habe mit meiner Frau ein Video über einen Wanderer geschaut, der Frau und Kind (5 Jahre) „allein“ gelassen hat um den PCT zu wandern. Sie fand das nicht so gut. Sollte man nun seinen „Traum“ forcieren oder aus Rücksicht auf den Partner und Kind diesen um 10 Jahre verschieben, in der Hoffnung, das man die Möglichkeit dann hat? Werde ich dann noch leben oder gesund genug sein?

    Nicht so einfach mit dem Egoismus…aber tolle Gedanken dazu!

    Bert

    • Daniela Reply

      Hallo Bert,

      vielen Dank für die Komplimente, freu mich, wenn die neue Form gut ankommt auf dem Blog! 🙂 Ein paar Sachen sind noch in Arbeit, aber so langsam wird es wohnlich 😉
      Ich kenn die Gedanken nur zu gut. Zwar habe ich keinen Ehemann oder Kinder, aber bisher war noch kein Freund besonders von meinen Ideen, mehrere Wochen bis Monate allein unterwegs zu sein erfreut, verständlich. Da kann man nur auf einen verständnisvollen Partner hoffen, der/die merkt, wie wichtig es ist, solche Träume umzusetzen, wenn man sie hat… Aus eigener Erfahrung kann ich jedoch sagen: Kompromisse in der Form, dass ich ganz darauf verzichten würde würde ich nicht mehr eingehen, da wird niemand bei glücklich und die Beziehung stärkt es auch nicht gerade.
      Wie es mit (kleinen) Kindern aussieht ist noch mal eine andere Frage, da würde ich mir aber auch nicht anmaßen eine Aussage zu zu treffen, da ich selber einfach keine Ahnung davon habe.:)

      Alles liebe Dir und allseits glückliche Wege 🙂
      Dani

  8. Mich hatten nach meiner ersten solo Mehrtageswanderung auch viele gefragt „Hattest Du keine Angst?“ und durch gezieltes Nachfragen wovor ich denn bitte Angst haben sollte stellte sich oft heraus, dass es keinen Grund gibt bzw. die wenigen wirklich kritischen Situationen durch gute Vorbereitung gar nicht erst entstehen würden.

    Ich bin froh, dass ich damals vorab gar nicht soviel darüber nachgedacht habe. Was natürlich auch die Ursache vieler Fehler war, die ich ohne Zweifel gemacht habe aber daraus habe ich auch gelernt und das passiert mir nicht wieder. Ich bin froh, dass ich es einfach gemacht habe und mir nicht erst alle Risiken und Gefahren in allen Farben ausgemalt habe.

    Frauen, wenn Ihr Lust habt zu wandern, macht das!

    • Daniela Reply

      Hey Diana,

      Das freut mich sehr! 🙂 manchmal ist es halt im Zweifel einfach am besten einfach zu machen, statt alles vorher zu zergrübeln. Die beste strategie, um sein Leben in vollen Zügen auszukosten, würde ich sagen:)

  9. Pingback: Rauszeiten im Mai 2017 || Reiseblog TRIP TO THE PLANET

  10. Hallo Dani,
    Ich bin zufällig auf deinen Blog gestoßen, als Ich auf der Suche nach Erfahrungsberichten zum Wandern in den USA gesucht habe! Ich bin gerade 18 geworden und werde in diesen Sommerferien mit meiner 14 jährigen Schwester und zwei 17 Jährigen Freundinnen in der Slowakei für vier Wochen wandern gehen. Wir selbst stehen uns gar nicht so sehr mit unseren eigenen Ängsten im Weg, es sind vielmehr unsere Eltern. Letzen Sommer waren wir in gleicher Konstellation für drei Wochen in Italien, da war die Hemmung größer. Das hat sich innerhalb eines Jahres schon sehr gelegt. 😉 Was auch bei Bekannten der O- ton ist, ist dass das total gefährlich sei, was uns nicht alles passieren könnte, und und und. Ich habe vor der Abfahrt, oder auch jetzt, in den letzten Wochen der Planung keine Angst mehr, es ist nur die leichte Unsicherheit, wie alles wir, und ob es so wird, wie wir wollen. Aber Ich vertraue auf unseren gesunden Menschenverstand, beispielsweise beim trampen oder auch mal Quartier suchen. Meiner Meinung nach ist auch das Alleinwandern eine großartige Erfahrung, es kann einen nur Stärken. Seit dem Ich 11 Jahre alt bin, gehe Ich wandern, und rückblickend kann Ich sagen, dass man nur an sich selbst wachsen kann. Das Wandern als Erlebnis wir noch intensiviert durch unsere- mann könnte sie auch spartanische nennen- Ausrüstung. Wir haben vier „Kothenplanen“ dabei, aus denen man ein Zelt mit Stämmen, die man erst suchen muss, aufbaut, und in dessen Mitte ein Feuer gemacht wird. Darauf kochen wir. Dadurch wird nicht nur das Wandern zum Erlebnis, sondern auch alles, was damit verbunden ist!
    Und meiner Meinung gibt es nichts schöneres!
    Ganz Liebe Grüße,
    Lili

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