Achtung: Dieser Artikel erschien zuerst am – 10. Dezember 2015 – auf meinem zu dieser Zeit noch „ichbindani“ genannten Blog gemeinsam mit dem Neuanfang in ein neues Leben.
Seitdem hat sich so ziemlich alles verändert. Viele Dinge, die mir damals noch als kühner Traum in weiter Ferne schienen, sind heutzutage so gut wie erreicht. Das Tal, in dem ich mich damals befunden habe ist überwunden, in kleinen Schritten, einem nach dem Anderen. 😉
Die Trennung und kraftraubende Beziehung, die damals mit den Anstoß gegeben hat für die vielen neuen Wendungen in meinem Leben, ist längst vergeben und vergessen.
Ich habe die ursprünglichen Artikel von ichbindani noch mal hier auf Freundin.freiheit kopiert, der Nostalgie wegen, und um zu zeigen, welch harten Weg man manchmal gehen muss, um seine Träume zu erreichen. 
Aber genug der langen Rede, los geht’s, viel Spaß! 😉

Nicht, was Du denkst

Die letzte Zeit (na gut, die letzten 27 Jahre) habe ich viel über Sinn und Ziele in meinem Leben nachgedacht. Vor Kurzem hat eine Person (na gut, mein Exfreund) mir unter anderem folgenden Spruch mit auf den Weg gegeben, der mich zunächst sehr berührt hat, je länger ich jedoch darüber nachdenke, desto mehr verärgert er mich. Ich möchte ein paar Gedanken dazu aufschreiben.

„Egal was war, egal was kommt, gib niemals auf und lass diese Dani die ich in Dir gesehen habe, frei…“

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Da lernst Du jemanden kennen, und Du hast das Gefühl durch ihn zu einem besseren Menschen zu werden? Was ein Glück, dabei warst Du Dir die letzte Zeit doch nicht mal mehr sicher, ob Du überhaupt noch die Kurve kriegst…

Mit 27 bist Du nicht mehr so jung, die „ich-bin-ein-süßes-kleines-Mädchen-und-kann-hier-deswegen-jetzt-machen-was-ich-will-Karte“ kann nicht für immer gespielt werden. Gleichaltrige, die Du früher in der Schule hast abschreiben lassen, sitzen Dir mittlerweile in der Bank gegenüber und lehnen Deinen Kredit ab. Du bist unvernünftig und tust ungesunde Dinge, die Nächte, durch die Du dich noch immer treiben lässt, werden nicht kürzer, aber die Kater am Tag danach länger.

Doch dieser Mann! Er glaubt an Dich und was Du sein kannst. Und Du optimierst Dich wo Du kannst, treibst Sport, lebst gesund, gehst früh schlafen und Du bist jetzt Straight Edge, Du strengst Dich an und Du wirst zu DU2.0!

Natürlich musst Du dringend hart an Dir und Deinen vielen Schwächen arbeiten. Und mal geradlinig sein, ist sonst echt nicht auszuhalten. Ach so, und sollte Dir mal alles zu viel werden hör auf zu heulen und belaste schon gar nicht Deinen Partner damit, denn ein DU2.0 weiß genau, in dieser Welt ist sich jeder selbst der Nächste und hilft sich selber!

Das waren natürlich ziemlich anstrengende Monate, denn zu meinen sowieso schon übertriebenen Anstrengungen persönlich, beruflich und gesellschaftlich allen Ansprüchen gerecht zu werden, kam jetzt noch der Wille, mich wie ein Pokemon möglichst schnell auf die nächste Weiterentwicklungsstufe zu begeben, um der Beziehung überhaupt würdig zu sein.

Lieber blieb ich ein Karpador und wurde kein Garados zu dem er mich entwickeln wollte, daher musste er mich gehen lassen 😉

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Ich weiß dass ich mir oft nicht gut tue, fühle mich oft leer und heimatlos. Manche Erfahrungen fressen im Austausch ein Stück von Dir auf. Ich habe mehrmals von Null begonnen und mich sooft gesorgt, auf dem falschen Weg zu sein.

Doch auch wenn vieles in meinem Leben nicht rund läuft, ist mir bewusst geworden dass ich das okay finde. Ich würde nichts an meiner Vergangenheit ändern, denn gerade die dümmsten Entscheidungen waren oft diejenigen, die zu persönlicher Entwicklung geführt haben.

Am Ende meines Lebens (in einer fernen Zeit, fernen Galaxie…) wird mir nicht wichtig sein, welche Formatierung mein Lebenslauf hatte, ob der Neuwagen gekauft oder geleast war, nicht die Anzahl der Facebookfreunde oder ob mein Partner mich für einen Karpador oder ein Garados hielt.

Wichtig werden meine Erinnerungen sein, meine Abenteuer, meine Kämpfe, Tränen, Narben und die schönen Momente. Die Menschen die ich geliebt habe und die mich begleitet haben.

Und ich werde mich nur vor mir selbst zu verantworten haben, ob ich es geschafft habe mir treu zu bleiben, den Mut hatte Entscheidungen aus dem Bauch zu treffen, statt aus Angst mit der Masse zu schwimmen, für meine Träume Risiken einzugehen, für die Menschen die ich liebte da zu sein und nicht aufgehört zu haben, auf mein Herz zu hören.

Ich möchte glücklich sein und dafür kämpfen. Auf dem Weg dahin hab ich jedoch auch das Recht kaputt und unfertig sein, denn mein Leben- meine Regeln. Eine unbestimmte Anzahl von aneinandergereihten Tagen.

In einer Beziehung sollte es darum gehen den Partner zu lieben wie er ist, nicht wie er sein könnte, wenn alles perfekt wäre.

Ich werde niemals die Dani sein, die Du in mir gesehen hast.

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